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Natur-News

Alles wieder Grün

Innerhalb von oft nur zwei Wochen präsentiert sich die Natur wieder in zartem Hellgrün. Woher nehmen die Bäume so plötzlich ihre Kraft? Die zunehmende Tageslänge, heller Sonnenschein und wärmere Temperaturen sorgen dafür, dass sich das Leben im Baum auch für unser Auge sichtbar zu regen beginnt: Die Knospen, in denen alle Anlagen für Blätter und Blüten bereits schlummern, beginnen anzuschwellen. Ein warmer Frühlingstag mit Temperaturen um 15° C reicht jetzt schon aus, um die Knospen endgültig aufbrechen zu lassen. Der Antrieb zur Entfaltung der Blätter kommt aber aus den Bäumen selbst. Unsichtbar für unsere Augen sind die Stoffwechselaktivitäten schon seit Wochen wieder in Gang: Die in Zweigen und im Stamm eingelagerten Stoffreserven vom letzten Herbst werden nach und nach abgebaut und hierbei entsteht lebenswichtiges Wasser. Dieses gibt den Startschuss zur Entfaltung der jetzt noch recht trockenen in den Knospen zusammengefalteten Blättern: Das Gewebe saugt sich voll wie ein Schwamm. Bis der Baum nach der Winterruhe wieder Wasser über seine Wurzeln aufnehmen kann, dauert es noch etwas.

Amphibien-Langschläfer

Wasserfrössche

© Naturzentrum Nettersheim

Jetzt ist die Zeit für die Schlafmützen unter den Amphibien gekommen. Während Erdkröte, Molche, Gras- und Springfrosch sich schon früh im März auf den Weg zu ihren Laichgewässern begeben haben rollt nun die zweite Welle der Amphibien an. Wassertemperaturen von mindestens 12°C benötigen Rot- und Gelbbauchunke, Kreuz- und Wechselkröte und auch die Wasserfrösche zum Laichen.

Maikäferjahre

Manchmal tauchen im Mai so viele Maikäfer auf, dass sie gebietsweise zum Problem werden. Denn frisch aus dem Boden geschlüpft, haben die Käfer Hunger auf frisches Blattgrün. In Scharen umschwärmen sie Eichen, Buchen und Obstbäume und können diese regelrecht entlauben. Richtig unbeliebt machen sich ihre Larven: Sie leben untertage und fressen Pflanzenwurzeln - so sorgen sie für magere Ernten auf Wiesen und Feldern. Regelrechte Vernichtungszüge gab es in der Vergangenheit in solchen „Maikäferjahren“ - heute darf man sich freuen, wenn man mal wieder einen sieht!

Maiglöckchen

Die Blütezeit gab dieser betörend duftenden  Blume den Namen: Maiglöckchen. Liebe, Frühling und Glück soll es bringen und so wird es gerne zum Muttertag gepflückt. Wer seine Kinder liebt, sollte ihnen das untersagen. Maiglöckchen sind nämlich stark giftig und außerdem im Wald viel hübscher als in der Vase. Alle Pflanzenteile, besonders die Blüten sind Gefahrenquellen: Schon bei Berührungen kommt es zu Haut- und Augenreizungen. Von Vergiftungen besonders betroffen sind Ein- bis Dreijährige: Erbrechen, Durchfall und verlangsamte Atmung, bis hin zum Herzstillstand können die Folge sein.

Blühende Hecken

Blühende Weißdorn-Hecken durchziehen jetzt wie weiße Bänder die Landschaft. Die intensiv duftenden Blüten locken Fliegen, Käfer und Bienen zur Bestäubung und in der dornigen Hecke finden Goldhammer, Neuntöter und Dorngrasmücke sichere Brutverstecke.

Tierkinder unterwegs

Im Wonnemonat Mai kommen überall Tierkinder zur Welt, denn ab jetzt, wo überall frisches Grün sprießt und Insekten fliegen, ist die Nahrungssituation in der Natur für die meisten Tiere optimal. Rehe, Dam- und Rothirschkühe legen jetzt ihre ein bis zwei Kitze irgendwo in den Wiesen ab und suchen sie regelmäßig zum säugen auf. Junge Hasen kommen nicht wie Kaninchen in einer sicheren Höhle zur Welt, die Häsin legt sie an einer geschützten Stelle in die Wiese. Die Kleinen sind darauf vorbereitet: Sie kommen mit Fell und geöffneten Augen zur Welt und können bereits nach wenigen Stunden laufen.

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